Du willst wissen warum ich Kriminalromane kritisiere?
Mein kleiner ich werde dir sagen warum. Kriminalromane sind nichts weiter als eine Darstellung fiktiver Welten, welche mit unserer Welt nichts zu tun hat. In Kriminalromanen läuft alles aufs eine hinaus: die Aufklärung des Falls. Und dies geschieht in jedem mir bekannten Kriminalroman auch immer. Jedoch hat diese fiktive Welt mit der Realität nichts im Geringsten zu tun. Überleg doch einmal: Es gibt immer einen Detektiv, Kommissar oder wie sie sich alle nennen mögen. Einen Fall und einen Verdächtigen. Spuren sind meist kaum vorhanden und dennoch wird der Fall immer am Ende gelöst. Schau dir aber im Gegenzug doch einmal die Welt an, in der wir leben, Mord über Mord und Verbrechen, wo du nur hinschaust. Und wird auch in unserer realen Welt jeder Fall gelöst von einem Detektiv? Ganz ehrlich: NEIN! Zufälle oder nur reichlich vorhandene Spuren tragen zur Lösung des Falles bei und im Roman, wie ist es da? Ganz einfach: Der Autor hat eine genaue Vorstellung wie er seinen Roman aufbaut. Mord, Detektiv, Verdächtige und anschließend Verhöre und einer gesteht!
In Wirklichkeit? Im besten Falle monatelange Nachforschungen und eine große Portion Glück und dann erst kommt man der Lösung des Falles unter Umständen näher.
Schau dir doch einmal die Welt an in der wir leben, immer mehr Gewalt und Verbrechen.
Turbulente Zeiten innerhalb unserer Gesellschaft. Und in Kriminalromamen ist es schon ein wahres Wunder, wenn mal ein Mord oder ein Verbrechen geschieht. Allein das Beispiel „Das Versprechen“ von Friedrich Dürrenmatt. Ein überschaubares Dorf, idyllisch, gemeinschaftlich aber gleichzeitig trist. Und unsere Welt? Jeder lebt für sich allein und macht sein Ding und tut Dinge, die er am besten für sich hält. Regeln werden so ausgelegt wie sie einem passen und in Romanen würde dies nur für Unruhe und Ablenkung sorgen. Der Spannungsbogen würde sinken.
Der Autor weiß genau, wie er seine Leser fesselt, jedoch nutzt er Mittel, welche mit der Realität kaum etwas zu tun haben.
Ich hoffe, du kannst jetzt verstehen, warum ich Kriminalromanen von Grund auf abgeneigt bin und dies auch in Zukunft so bleiben wird.
Ich muss mich nicht in eine fiktive „bessere“ Welt flüchten, in welcher alles nach einem gewissen Masterplan verläuft.
Ich hoffe, das wirst du auch einsehen, wenn du älter bist. . .
Hello! Ihr habt Dr. H’s Kritik ausführlich und gut beschrieben. Das finde ich gut. Weiterhin gutes gelingen. Macht weiter so! Laeeq
Ich weiß zwar nicht, wer die Gedanken zum Kriminalroman geschieben hat, aber ich bin beeindruckt. Schade finde ich es allerdings, dass deine Abneigung gegen Kriminalromane durch “Das Versprechen” keinen Kratzer bekommen hat, denn für mich ist das ein Roman, der wenig mit herkömmlichen Krimis zu tun hat. im Gegenteil, für mich steht die Frage im Vordergrund, was einen Menschen so aus der Bahn werfen kann. Und dann bin ich auch schon in der Realität von tausend Obdachlosen unter Hamburgs Brücken.
Ich hoffe, dass mein Kommentar euch erreicht.
Frau Harders